TEIL III: Segeln in den Niederlanden – Rund um das Ijssel- und Markermeer

Stavoren – Enkhuizen – Horn – Marken – Amsterdam – Muiden – Lelystad – Urk – Lemmer – Marchjepolle – Langweer – Stavoren – Makkum – Bolsward

Enkhuizen – Die Heringsstadt

Das Drommedaris ist das Wahrzeichen der Stadt

Nachdem wir nun 6 Wochen alleine auf unserer „LoveSleepTravel“ quer durch Friesland gesegelt sind, haben wir immer noch nicht genug. Ganz im Gegenteil: Wir freuen uns auf unsere Freunde, die heute mit ihrem Boot aus Deutschland kommen, um mit uns gemeinsam zwei Wochen über das Ijssel- und das Markermeer zu segeln.

In der Marina Stavoren nehmen wir unsere Freunde mit ihrem Segelboot in Empfang

Wie verabredet treffen wir die Neuankömmlinge in der Marina Stavoren, wo auch wir vor fast sechs Wochen unser Boot ins Wasser gelassen haben. Es ist geplant, die erste Nacht im Stadthafen von Stavoren zu bleiben. Dieser Hafen ist inzwischen so etwas wie unser Heimathafen geworden, den wir zwischendurch immer mal wieder angelaufen haben.

Warten auf die Einfahrt in die Schleuse
Johan Friso-Schleuse Stavoren

Am nächsten Tag brechen wir auf nach Enkhuizen. Wir müssen nur durch die Johan Frio-Schleuse und schon sind wir auf dem Ijsselmeer. Die Sonne scheint aus allen Löchern und der Wind kommt aus der richtigen Richtung – nur leider sehr schwach. Geduld ist gefragt. Gemütlich tuckern wir über das riesige Ijsselmeer. Wir genießen den strahlend blauen Himmel, die Ruhe und das in der Sonne glitzernde Wasser.

Auf dem Weg über das Ijsselmeer nach Enkhuizen
Kein Land in Sicht. Hier hat man das Gefühl, auf dem großen weiten Meer unterwegs zu sein

Nach mehreren Stunden erreichen wir Enkhuizen. Da der Stadthafen (Buitenhaven) voll belegt ist, fahren wir in den großen Compagnieshaven und suchen einen Liegeplatz für unser Boot und das Boot unserer Freunde. Zu unserer Überraschung ist auch dieser Hafen so gut wie ausgebucht. Zum Glück erlaubt uns der Hafenmeister, am sogenannten „Meldesteiger“ liegen zu bleiben. Hier gibt es sogar Strom und Wasser.

Buitenhaven Enkhuizen

Am Meldesteiger (auch Passantensteiger) legt man normalerweise nur kurz an, um sich beim Hafenmeister anzumelden und sich einen Liegeplatz zuweisen zu lassen.

Drommedaris

Bei der Einfahrt in den Hafen, sehen wir schon von weitem die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit von Enkhuizen: Das stattliche Wehrtor namens Drommedaris aus dem Jahre 1540, letztes Überbleibsel der einstigen Stadtmauer.

Von der ehemaligen Stadtmauer ist nur noch der ehemalige Wehrturm „Drommedaris“ übrig geblieben

Der ehemalige Verteidigungsturm schützte einst den Eingang des Hafens. Heute finden in dem mehrfach restaurierten Rundturm kulturelle Veranstaltungen statt.

Der Drommedaristurm wurde damals auch als Gefängnis genutzt

Die Umgebung rund um den Wehrturm ist ebenfalls wunderschön. Hier stehen gepflegte Backsteinhäuser direkt am Wasser, mit zauberhaften kleinen Gärten und einem fantastischen Blick auf den imposanten Turm.

Schöne Backsteinhäuser mit Blick auf den Turm

Geschichte

Im 17. Jahrhundert war Enkhuizen eine der wohlhabendsten Städte der Niederlande. Während des Goldenen Zeitalters verzeichnete Enkhuizen sogar mehr Einwohner als heute. Derzeit leben etwa 18.600 Menschen hier. Ihren Reichtum verdankte die Stadt dem Heringsfang und -handel. Sie hatte damals die größte Heringsflotte der Niederlande. Deshalb ist Enkhuizen auch heute noch als „Heringsstadt“ bekannt.

Enkhuizen ist von Wasser umgeben und ein Paradies für Wassersportler

Mittlerweile lebt die hübsche Hafenstadt in der Provinz Noord-Holland von der Blumenindustrie und vor allem vom Tourismus und Wassersport. Die ehemals bedeutende Hafenstadt liegt direkt an der Krabbersgatschleuse, die das IJsselmeer mit dem Markermeer verbindet und wird an drei Seiten vom Wasser umringt. Immer wieder wird Enkhuizen als die schönste Stadt am Ijsselmeer bezeichnet, was jährlich tausende Touristen anlockt.

Wir spazieren vom Hafen in Richtung Zentrum. Besonders schön ist die geschichtsträchtige Altstadt mit ihren zahlreichen Villen, Kanälen, Kirchen, Stadtmauern, Brücken und Häfen.

Besonders romantisch liegt man mit dem Boot im Oude Haven
Compagniesbrug
Eines der vielen schiefen Häuser der mittelalterlichen Stadt

Eigentlich ist Enkhuizen ein großes Freilichtmuseum. Wenn man durch die Stadt spaziert, trifft man auf ein Baudenkmal nach dem nächsten. Über 350 nationale Denkmäler soll es hier geben, darunter viele aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ein paar schöne Gebäude, Kaufmannshäuser und Kirchen lagen direkt auf unserem Weg durch die Stadt.

Eines meiner Lieblingsgebäude in Enkhuizen ist das historische Stadhuis

Stadhuis

Das Rathaus (im Niederländischen Stadhuis) in der Breedstraat ist ein schönes Gebäude im klassizistischen Stil, das zwischen 1686 und 1688 erbaut wurde, als die Blütezeit Enkhuizens im Goldenen Zeitalter schon wieder vorbei war. Die Arbeitsräume sind heute noch in Gebrauch und Trauungen finden im historischen Schepenen Zimmer statt.

Zahlreiche Grachten durchziehen das Stadtzentrum von Enkhuizen. Die Kanäle wurden im 17. Jahrhundert angelegt, um den Warentransport vom Hafen zu den Lagerhäusern zu erleichtern

De Waag

Besonders beeindruckend ist die Fassade der alten Stadtwaage aus dem 17. Jahrhundert. In diesem Renaissance-Gebäude wurde bis 1636 die Ware gewogen, danach diente es der Baders-Gilde als Treffpunkt und Auditorium. In den Sommermonaten kann das Gebäude samstags besichtigt werden.

Die Stadtwaage ist ein im Stil der Frührenaissance (1599) errichtetes Haus

Zuiderkerk

Die Zuiderkerk ist eine zweischiffige, spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert mit interessanten Gewölbemalereien und einem hohen, eleganten Kirchturm. In diesem Turm befindet sich ein Glockenspiel, auf dem heute noch zweimal pro Woche gespielt wird.

Westerkerk

Die Wester- oder Gomaruskerk stammt aus dem Jahr 1470 und ist eines der 100 schönsten Nationaldenkmäler der Niederlande

Die Westerkerk gehört zu den 100 schönsten Monumenten der Niederlande. Sie wird für ihre prachtvolle Orgel und Kanzel gerühmt.

Doopsgezinde Kerk

Doopsgezinde Kerk (1892)

Die mennonitische Kirche ist von besonderem historischen Wert: Sie gilt als repräsentatives Beispiel für eine Neorenaissance-Kirche. Die Hauptform und das Innere mit den Bänken, dem Rednerpult und dem Kupferleuchter sind intakt geblieben.

Überall Wasser, Brücken und schöne Gebäude

Die gesamte Altstadt von Enkhuizen mit kleinen Gassen und zahlreichen gut erhaltenen historischen Gebäuden ist sehr sehenswert.

Kleine Gassen mit historischen roten Backsteinhäuschen prägen das Bild von Enkhuizen

Enkhuizen ist auch eine attraktive und abwechslungsreiche Einkaufsstadt. Hier gibt es eine Vielzahl hübscher Geschäfte. Viele davon befinden sich in wunderschönen historischen Gebäuden mit charakteristischen Details.

Westerstraat

Die Westerstraat ist eine belebte Einkaufsstraße mit schönen Geschäften und gemütlichen Cafés
Gemütliches Bistro „Nooit Gedacht“ in der Westerstraat

Unbedingt empfehlenswert ist ein Bummel durch die Westerstraat mit ihren besonderen Geschäften und Boutiquen. Stilvolles Design, skurrile Mode, köstliche Pralinen, Kaffee- und Teespezialitäten und trendige Gläser findet man hier. Gemütliche Cafés, Kneipen und Restaurants gibt es hier ebenfalls.

Het Coffy-Huys in der Westerstraat mit einem schönen, für niederländische Häuser typischen Treppen-Giebel
Bakkerij t‘ Broodhuys in der Westerstraat

Hafeninfos

In Enkhuizen gibt insgesamt 5 Häfen. Die zwei größten sind unser Compagnieshaven und der Stadthafen Buitenhavn. Vom IJsselmeer kommend, hinter dem Buitenhaven, liegt der Buyshaven mit seinen zwei Hafenbecken.

Besonders romantisch – wenn auch eng und nicht immer frei – liegt man im Oude Haven gleich neben dem historischen Festungsturm Drommedaris. Man erreicht diesen Hafen, wenn man unmittelbar nach der Einfahrt in den Buitenhaven nach rechts abbiegt. Von dort geht es durch einen etwas schmaleren Kanal unter einer weißen Zugbrücke hindurch – dem zweiten Wahrzeichen der Stadt.

Das zweite Wahrzeichen der Stadt ist die historische weiße Klappbrücke, die in den Oude Haven (Alten Hafen) führt

Am Kompaniehafen und dem alten Hafen vorbei kommt kurz vor der Schleuse rechts der Hafen des Amsterdamer Yachtclubs. Gastlieger sind auch hier herzlich willkommen. Es gibt Platz für ca. 50 Boote. Der Hafen hat sehr gute sanitäre Einrichtungen und die Innenstadt sowie der Bahnhof sind fußläufig erreichbar.

Compagnieshaven

Die Klappbrücke zum Oude Haven war bereits geschlossen und im Buitenhaven war kein Platz mehr frei. Daher sind wir froh, dass wir im Compagnieshafen – Enkhuizens größtem Hafen – bis zum nächsten Tag am Meldesteiger liegen bleiben dürfen.

Der große Compagnieshafen mit rund 625 Liegeplätzen liegt nahe an der Stadt

Der vor 66 Jahren gegründete Compagnieshaven ist einer der geschäftigsten Häfen in den Niederlanden. Er liegt nahe an der Stadt und bietet eine perfekte Infrastruktur. Der vielseitige und gesellige Hafen mit ca. 625 modernen Liegeplätzen verfügt über großzügige sanitäre Einrichtungen, einen netten Spielplatz und eine Tankstelle. Außerdem gibt es auf dem Gelände ein gut sortiertes Wasersportgeschäft, einen Yachtservice und ein Restaurant sowie einen Segelmacher und einen Bootsverleih. Es ist auch ein Supermarkt vorhanden, der je nach Saison ab 7:30 oder 8:00 Uhr frische Brötchen, Croissants und sonstige Lebensmittel anbietet. Er bietet auch Gasflaschen an.

Am Hafenmeistergebäude gibt es auch einen Liegegeldautomaten, der täglich anzeigt, ob eine Box vom Liegeplatzinhaber freigegeben wurde.

Ansteuerung

Vom Markermeer kommend muss man durch das Naviduct Krabbersgat, um in das Ijsselmeer zu gelangen. Man hält sich Steuerboard um den Kanal in Richtung Ijsselmeer zu fahren. Am Ende des Kanals liegt auf Backboard die Einfahrt zum Compagnieshaven.
Vom Ijsselmeer kommend steuert man die Fahrwassertonne Kg9 an. An der Tonne Kg13 befindet sich die Hafeneinfahrt.

Nachdem wir abends lecker essen gegangen sind, eine ruhige und erholsame Nacht am Meldesteiger verbracht haben und morgens nochmal durch die schöne Stadt spaziert sind, machen wir uns auf den Weg in die nächste mittelalterliche Hafenstadt: Nach Hoorn.

Hoorn – Ältester Käsemarkt der Niederlande

Vor der Abfahrt noch kurz die September-Sonne genießen

Wir haben in Ruhe gefrühstückt, sind mit den Hunden nochmal durch die Stadt geschlendert und machen uns jetzt auf den Weg in das ca. 13 Seemeilen entfernte Hoorn. Ähnlich wie am Vortag haben wir zwar herrlichen Sonnenschein aber wenig Wind.

Da es an Bord wenig zu tun gibt, habe ich Zeit, mich via Internet über unser nächstes Ziel zu informieren.

Noch ist die ThoNi hinter uns…


Mit ca. 73.200 Einwohnern ist Hoorn, nach Groningen, bisher der zweitgrößte Ort auf unserem Törn durch die Niederlande.

Geschichte

Die Stadt wurde 1300 gegründet und erreichte ihre Blütezeit im 17. Jahrhundert. Als sich Hoorn nach der Gründung der VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie/Niederländische Ostindien-Kompanie) zu einer internationalen Hafenstadt für den Gewürzhandel entwickelte, gelangte die Stadt – wie Amsterdam und Enkhuizen – zu Wohlstand. Zwölf Werften hat es in Hoorn einst gegeben, ausserdem einen regen Aal-Handel mit London, dazu wurden Ziegel, Steine und Tonwaren hergestellt.

Kommt euch bei dem Namen Hoorn auch sofort das berühmte gleichnamige Kap in den Sinn? Tatsächlich gibt es zwischen den beiden Orten eine Verbindung: Willem Shouten, ein Sohn der Stadt Hoorn, umrundete 1616 als erster Südamerika und gab dem stürmischen Kap den Namen seiner Heimatstadt.

De Hoofdtoren

De Hoofdtoren, der ehemalige Wehrturm von 1532

Als wir Hoorn erreichen, passieren wir den markanten Turm „De Hoofdtoren“. Der große Wehrturm wurde 1532 erbaut und diente damals zur Verteidigung der Stadt.

Bei der Einfahrt in den Jachthafen, stehen unsere Freunde schon winkend am Steg. Da sie uns unterwegs überholt haben und vor uns angekommen sind, haben sie bereits zwei Liegeplätze organisiert.

Liegeplatz mit Blick auf den Hoofdtoren

Wie immer, drehen wir nach dem Anlegen erstmal eine Runde mit dem Hund und melden uns beim Hafenmeister. Der Hafen liegt direkt am Julianapark, wo wir mit unseren Hunden prima spazieren gehen können.

Hoorn liegt auf einer Landzunge am Markermeer. Auf einer Grundfläche von 53 km² sind ca. 33 km² Wasser

Anschließend machen wir uns auf den Weg in die Stadt, die ebenfalls fussläufig erreichbar ist.

Die Vergangenheit als reiche Handelsstadt ist, ähnlich wie in Enkhuizen, auch hier nicht zu übersehen.

Oosterkerk

Die Oosterkerk oder Antoniuskerk ist eine reformierte Kirche aus dem Jahre 1450

Die Oosterkerk, die unweit des Hafens liegt, ist die Kirche der Fischer und Seeleute. Zu erkennen ist das u.a. an der Windfahne auf dem Kirchturm, welche die Form eines Schiffes hat. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1450. Im 16. Jahrhundert wurde die Reformation eingeführt und 1616 wurde die Kirche stark umgebaut. Um 1960 wurde der Gottesdienstbetrieb an der Oosterkerk eingestellt. Sie wurde 1982 gründlich restauriert und wird von einer Stiftung unterhalten.

Roode Steen

Marktplatz „Roode Steen“

Das Zentrum der Altstadt bildet der ehemalige Käsemarkt „Roode Steen“. Wörtlich übersetzt in „Roter Stein“, erhielt dieser Platz seinen Namen von den vielen Hinrichtungen, die hier damals stattfanden. Ein roter Stein in der Mitte des Platzes erinnert an die traurige Vergangenheit.

Statue von Jan Pieterszoon Coen

Umstrittene Statue des Generalgouverneurs der VOC, Jan Pieterszoon Coen

Neben dem roten Stein steht die Statue von Jan Pieterszoon Coen, Generalgouverneur der niederländischen Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) in Südostasien. Jan Pieterszoon Coen war für seine Rücksichtslosigkeit bekannt. Noch heute scheiden sich die Geister, ob die Statue ihre Berechtigung hat.

Westfries Museum

Das „Westfries Museum“ wurde am 10. Januar 1880 eröffnet und in einem monumentalen Gebäude aus dem Jahr 1632 errichtet

Rund um den Platz stehen noch weitere Sehenswürdigkeiten. An der Westseite des Platzes beeindruckt das stattliche Westfries Museum mit seiner barocken Fassade und den Wappen von Oranje Nassau, Westfriesland und den sieben Städten Westfrieslands. Das Westfries Museum mit seinen über 30.000 Objekten gibt einen guten Einblick in die Zeit, als Hoorn eine bedeutende Seefahrer-Stadt war.

Das „Westfries Museum“ steht auf dem Marktplatz

De Waag

An der Ostseite erinnert das Waaghaus aus 1609 an die Zeit, als die Regierung Waren noch gegen Bezahlung wog. Seit 1953 befindet sich in dem markanten Gebäude ein Restaurant.

De Waag aus 1609
Abends ist die Atmosphäre auf dem Marktplatz besonders schön

Stadhuis

Als wir die Nieuwstraat herunterlaufen stehen wir vor dem Alten Rathaus (Stadhuis), ursprünglich von 1402.

Schöne Fassade des ehemaligen Rathauses

Grote Kerk

Hoorn ist reich an gut erhaltenen historischen Gebäuden

Die Grote Kerk wurde von 1881 bis 1883 nach einem Entwurf von Constantijn Muysken erbaut, um die viel größere Kirche an der gleichen Stelle zu ersetzen, die 1878 nach einem Blitz niedergebrannt wurde.

Grote Kerk

Durch die wachsende Bedeutung von Amsterdam verlor die Stadt Hoorn nach und nach ihren Glanz. Außerdem besaß die Stadt nach der Fertigstellung des Abschlussdeichs 1932 keinen Seehafen mehr. 

Heute ist Hoorn vor allem für seinen Käsemarkt bekannt, der schon während des Goldenen Zeitalters abgehalten wurde und der älteste der Niederlande ist. Und nach wie vor ist der Hafen für Segler eines der attraktivsten Ziele des Markermeers. Wenn man durch die Stadt spaziert, sieht man überall Wasser und Boote.

Besonders schön sind die Giebel der Kaufmannshäuser
Grachten und Kanäle bestimmen das Stadtbild von Hoorn

Einkaufen & Essen gehen

Hoorn hat viele schöne Kneipen und Restaurants


In den wunderschönen, historischen Häusern des Städtchens am Ijsselmeer haben sich heute nette Geschäfte und gute Restaurants angesiedelt. Bei Streifzügen durch die Stadt stoßen Besucher auf Galerien, Ateliers, Cafés und Fachgeschäfte. Die Gassen namens Nieuwe Noord, Kruisstraat, Lange Kerkstraat, Nieuwstraat, Kerkplein, Kerkstraat und Wisselstraat beeindrucken mit einer Vielzahl an Fachgeschäften und ausgefallenen Läden

Hafeninfos

Komfortabler Jachthafen der Watersportvereniging Hoorn

Als schönster Hafen gilt der Binnenhafen im Zentrum. Wer in der Hochsaison aber keine Lust hat, im Päckchen zu liegen, steuert einfach einen der beiden nahen Jachthäfen an. Wir haben in dem Hafen der Watersportvereniging Hoorn mit ca. 180 Liegeplätzen gelegen und können diesen empfehlen.

Hafenmeistergebäude
Nach einer Nacht im Hafen von Hoorn setzen wir unseren Törn in Richtung Amsterdam fort. Geplant ist noch eine Zwischenübernachtung auf der Halbinsel Marken

Marken – Die einzigartige Halbinsel mit Holzhäusern auf Pfählen

Marken ist eine kleine Halbinsel im Markermeer und hat eine Fläche von 2,71 km²

Willkommen in Mereke, wie die Einwohner die Halbinsel Marken nennen! Schon bei der Einfahrt in den Hafen sind wir hellauf begeistert: Ein Ort, wie aus dem Bilderbuch!

Die typischen gestreiften Holzhäuser wurden auf Hügeln gebaut

Dicht an dicht stehen die dunkelgrün und schwarz gestrichenen Holzhäuschen mit den weißen Giebeln in Reihe und Glied auf einem Hügel, die Boote schaukeln im Hafen. Alles wirkt sehr niedlich, sauber und aufgeräumt. Idylle pur!

Als wir ankommen, liegen die Boote an der Hafenmauer vor den Restaurants schon im Päckchen

Hafen

Im Hafen mitten im Zentrum des gemütlichen Ortes ist nur Platz für wenige Yachten. Hier kann man direkt an der Hafenmauer anlegen – in der Saison allerdings häufig nur im Päckchen. Diese Liegeplätze haben allerdings keinen Stromanschluss. Da hier alles belegt ist, fahren wir in den hinteren Teil des Hafens.

Hier cruisen schon mehrere Boots und wir haben Angst, keinen Platz mehr zu finden. Aber wir haben großes Glück und finden noch zwei leere Boxen. Grüne Schilder signalisieren uns, dass diese für Gastlieger frei sind.

Der kleine Hafen in Marken ist sehr beliebt. Zum Glück haben wir noch einen der letzten freien Plätze ergattert

Kaum haben wir festgemacht, kommt der etwas knurrige Hafenmeister, um das Hafengeld zu kassieren.

An den Liegeplätzen gibt es Wasser und Strom. Nur die Sanitäranlagen des Hafens sind sehr klein und eher bescheiden. Tagsüber muss man sich die Toiletten mit den zahlreichen Touristen teilen. Für Toiletten und Duschen benötigt man 50 Cent-Münzen – allerdings sind die Duschen zur Zeit außer Betrieb.

Geschichte

Marken ist von der Gouwzee und dem Markermeer umgeben

Die heutige Halbinsel Marken in Nordholland, die im 13. Jahrhundert durch einen Sturm komplett vom Festland getrennt wurde und jahrhundertelang isoliert war, ist von der Gouwzee und dem Markermeer umgeben.

Im dreizehnten Jahrhundert waren die ersten Bewohner Mönche aus Friesland. Da das Meer regelmäßig über die Insel floss, war der Boden äußerst fruchtbar und die Mönche lebten damals hauptsächlich von der Viehzucht und der Landwirtschaft. Sie bauten Deiche, um sich gegen das Wasser zu schützen. Als die Mönche im 14. Jahrhundert vertrieben wurden, kam es zu wiederholten Deichbrüchen.

Seitdem bauten die Bewohner ihre Häuser bis ins 17. Jahrhundert auf (werven) Erdhügeln und später auf Pfählen (sog. Terpen). Auf diese Weise beugten sie Schäden durch Überschwemmungen vor.

Erst 1957 wurde Marken durch den Bau eines Dammes wieder mit dem Festland verbunden und ist seitdem eine Halbinsel. Seit dem Bau des Afsluitdijks (Abschlussdeich) wurde die Insel nicht wieder überschwemmt. Aber die typischen Häuser, die man nirgendwo anders auf der Welt findet, sind geblieben und ziehen jährlich zahlreiche Touristen auf die Halbinsel.

Charakteristisches Holzhaus in Marken

Restaurants

Idylle pur im Hafen von Marken

Rund um den malerischen Hafen von Marken gibt es eine Reihe von Souvenirgeschäften sowie schöne Cafés und Restaurants.

Wir lieben es, an den typischen Holzhäusern entlang zu schlendern und uns von der jahrhundertealten Kultur und der einzigartigen Atmosphäre verzaubern zu lassen.

Auf der schönen Terrasse des Restaurants „Land En Zeezichtkann man schön draußen sitzen und das Hafenleben beobachten

Grote Kerk

Die Halbinsel ist klein und so kommt man bei einem Spaziergang durch den Ort auf jeden Fall an der Grote Kerk in der Kerkbuurt vorbei.

Grote Kerk ist eine protestantische Kirche

Dieses Wahrzeichen von Marken wurde 1903 nach dem Entwurf von A.H.L. Kups gebaut. Die sechseckige Kanzel, die Kronleuchter und ein paar andere Teile stammen aus dem 17. Jahrhundert und stehen unter Denkmalschutz. Die Grote Kerk wird seit ihrer Eröffnung als protestantische Kirche genutzt.

Die Halbinsel Marken ist unglaublich idyllisch
Überall stehen die typischen Holzhäuser
Auch heute noch gibt es auf der Insel Viehzucht und Landwirtschaft

The Wave

1916 wurden Marken und andere Dörfer an der Zuiderzee von einer großen Flutkatastrophe heimgesucht. Im Jahr 2016 wurde zum Gedenken an die Katastrophe das Denkmal „The Wave“ enthüllt. Das Bauwerk, das eine Welle auf dem Meer darstellt, befindet sich im südlichen Teil des Hafendamms am Hafen von Marken.

Tourismus

Aufgrund der Nähe zu Amsterdam und Volendam ist auf der Halbinsel vor allem am Wochenende und im Sommer viel los. Marken selbst hat nur etwa 1.800 Einwohner. Aber die Zahl der Touristen erreicht etwa eine Million pro Jahr. Die meisten Besucher sind Tagestouristen.

Als der letzte Touristenbus die Insel über den Deich verlassen hat und die letzte Fähre gegen 18 Uhr aufgebrochen ist, wird es im Hafen schlagartig ruhig. Wir sitzen im Restaurant, lassen den Blick Richtung Sonnenuntergang über das Meer schweifen und genießen die Stille und den Charme dieses besonderen Fischerdorfes.

Eigentlich möchten wir hier gar nicht wieder weg. Aber als nächstes wartet Amsterdam auf uns. Es war schon immer mein Traum, einmal die niederländische Hauptstadt mit dem Boot zu besuchen.

Amsterdam – Venedig des Nordens

Ferienhaussiedlung in Durgerdam am Ijsselmeer, 7 km östlich des Stadtzentrums von Amsterdam

Es ist auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis, mit dem Boot übers Ijsselmeer bzw. Markermeer nach Amsterdam zu fahren. Wir sehen die Großstadt-Silhouette vor uns auftauchen und sind gespannt darauf, was uns erwartet.

Amsterdam und die Autobahnbrücke in Sicht

Zu unserer Erleichterung sind nicht so viele große Berufsschiffe unterwegs. Wir fahren unter der hohen Autobahnbrücke durch. Anschließend passieren wir die Schellingwouderbrug und die Oranjesluis. Beides klappt problemlos ohne lange Wartezeiten.

Oranjesluis

Während wir Segler unsere Boote in einem der Yachthäfen am Noordzeekanaal liegen lassen müssen, dürfen Besitzer kleiner Motorboote die Grachten im Zentrum von Amsterdam auch per Schiff erkunden.

Die „Rainbow Warrior“ wurde vor zehn Jahren für 22,5 Millionen Dollar auf der Fassmer-Werft in Niedersachsen gebaut und aus Spendengeldern bezahlt

Auf dem Weg über den Noordzeekanaal zu unserem Jachthafen (wir haben uns für den Sixhaven entschieden) sehen wir das legendäre grüne Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior III, das hier in Amsterdam beheimatet ist.

Restaurant „Hangar Amsterdam“

Wir fahren an einigen schönen Cafés und Restaurants vorbei. Überall sitzen Menschen draußen am Wasser und genießen die Sonne.

Muziekgebouw aan’t IJ:
Moderner Veranstaltungsbau in Bahnhofsnähe mit Blick aufs Wasser

Schließlich erreichen wir den Hauptbahnhof, der sich direkt gegenüber von unserem Hafen befindet. Fast verpassen wir die Hafeneinfahrt, die etwas schwer zu finden ist. Sie liegt hinter einem Wellenbrecher auf dem in großen Lettern SIXHAVEN steht.

Die Hafeneinfahrt ist sehr schmal und liegt hinter einem Wellenbrecher mit der Aufschrift SIXHAVEN

Da in diesem Hafen eine Liegeplatzreservierung leider nicht möglich ist, hoffen wir auf freie Plätze. Zum Glück befinden wir uns außerhalb der Hauptsaison und finden ohne Probleme zwei schöne Boxen nebeneinander. Der nette und hilfsbereite Hafenmeister ist sofort zur Stelle.

Der Sixhaven bietet moderne Schwimmstege mit Seitensteg

Wir fühlen uns in dem kleinen, familiären uns sehr gepflegten Hafen auf Anhieb wohl. Man findet überall moderne Schwimmstege mit einem Fingersteg. Auch das Sanitärgebäude ist nagelneu uns sehr luxuriös. Der gesamte Hafen ist komplett eingezäunt und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit.

Das Sanitärgebäude ist nagelneu und modern
Die gesamte Anlage ist sehr schön angelegt und wird von den Mitgliedern gepflegt
Hafenrestaurant mit schöner Terrasse

Nachdem wir das Liegegeld am Automaten bezahlt haben, machen wir uns zu Fuß auf den Weg ins Zentrum von Amsterdam.

Gratisfähre zum Hauptbahnhof

Um in die Innenstadt zu kommen, kann man die gratis Fähren beiderseits des Hafens benutzen, welche zum Hauptbahnhof fahren und Tag und Nacht verkehren. Die Überfahrt zum Hauptbahnhof dauert nur wenige Minuten.

Mehrere Fähren pendeln regelmäßig zwischen Hauptbahnhof und Sixhaven
Die Fähren verkehren 24 Stunden: Tagsüber alle 10 Minuten und nachts alle 20 Minuten

Nach einem 10-minütigen Spaziergang erreichen wir eine der beiden Fähren, die schon zum Einsteigen bereit steht. Kaum dass wir eingestiegen sind, legt die Fähre ab, und 5 Minuten später sind wir auch schon mittendrin in der Weltstadt Amsterdam!

Diese beeindruckende Fassade ist das Überbleibsel der Farben- und Lackfabrik Vettewinkel an der Prins Hendrikkade / Oudezijds Kolk in Amsterdam

Der erste positive Eindruck von Amsterdam sind die Menschen, die hier ein bisschen mehr die Ruhe weghaben als anderswo. Die Stadt lässt sich bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Boot erkunden. Vor allem auf die vielen Fahrradfahrer muss man hier höllisch aufpassen.

Im Hintergrund die prächtige Basilika St. Nikolaus

Amsterdam ist eine lebendige und sehr liberale Stadt. Auch wenn viele nicht zuletzt aufgrund der Cannabiskultur und des berüchtigten Rotlichtviertels dorthin reisen, bietet die Stadt viele einzigartige Sehenswürdigkeiten und durch die vielen Grachten ein besonderes Flair.

Zeedijk ist eine Straße in der Altstadt von Amsterdam. Die Straße ist die nördliche und östliche Grenze des Rotlichtviertels De Wallen

Ohne bestimmtes Ziel spazieren wir vom Hauptbahnhof in Richtung Altstadt. Wir lassen uns einfach treiben und genießen die besondere Atmosphäre der Stadt und den Blick auf die vielen Grachten und mit Blumen geschmückten Brücken.

In Amsterdam gibt es mehr Kanäle als in in Venedig

Der Amsterdamer Grachtengürtel aus dem 17. Jahrhundert ist ein einzigartiges System aus über 165 Kanälen, das 1999 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Amsterdam wird häufig mit Venedig verglichen und hat den Beinamen „Venedig des Nordens“. Das italienische Pendant hat mit etwa 150 Kanälen sogar weniger Wasserwege als Amsterdam.

Ein Hingucker und beliebtes Fotomotiv: The Fairy Bike

Eine Stadtrundfahrt mit dem Schiff ist unbedingt zu empfehlen. Das haben wir vor ein paar Jahren mal gemacht und gehört zu den schönsten Erlebnissen, die wir in Amsterdam hatten. Besonders schön ist es abends, wenn die Häuser und Brücken entlang der Grachten märchenhaft beleuchtet sind.

Ein besonderes Highlight ist eine abendliche Bootsfahrt durch die Stadt
Der 1889 eröffnete Amsterdamer Hauptbahnhof ist eines der markantesten Gebäude der Stadt

De Wallen

„De Wallen“ Rotlichtviertel

De Wallen ist das Rotlichtviertel Amsterdams und außerdem einer der ältesten Stadtteile. Hier findet man keinesfalls nur sündige Etablissements. Vielmehr reihen sich hier unzählige Kneipen, Bars, Coffeshops und Restaurants aneinander. Die Gebäude dort haben eine lange Geschichte – ob als erotisches Etablissement, religiöser Zufluchtsort, Wohn- oder Geschäftshaus. Die Gegend ist faszinierend und unterhaltsam zugleich. Fotografieren wird in dieser Gegend nicht gern gesehen, insbesondere nicht in der Nähe der rot beleuchteten Fenster. Auf dem Oudekerksplein finden sich ungewöhnliche Skulpturen zum Thema Prostitution, unter anderem ein in das Kopfsteinpflaster eingelassenes Bronzerelief einer Hand, die eine weibliche Brust berührt.

Bronzerelief im Amsterdamer Rotlicht-Distrikt
Oude Kerk

Das älteste noch erhaltene Bauwerk der niederländischen Hauptstadt ist die Oude Kerk (Alte Kirche). Sie befindet sich skurriler Weise mitten im Rotlichtbezirk. Besonders bekannt ist ihr Glockenspiel, das Carillon.

Die typischen Amsterdamer Patrizierhäuser aus dem 17. Jahrhundert

Historische Kaufmannshäuser

Amsterdam ist eine der architektonisch schönsten Städte Europas

Am meisten liebe ich die bunten Giebel- und Patrizierhäuser entlang der Grachten mit den vielen Brücken und Hausbooten, die man von vielen Amsterdam Bildern kennt. Die weltberühmten Grachtenhäuser aus dem goldenen Zeitalter waren die Wohnhäuser der reichen Kaufleute.

Eine Grachtenfahrt bei Nacht gehört zum Pflichtprogramm in Amsterdam

Basilika St. Nikolaus

Basilika St. Nikolaus

Die St. Nicolas Basilika aus dem Jahre 1887 steht im nördlichen Teil des Stadtkerns zwischen dem Hauptbahnhof und der Oude Kerk. Sie vereint Elemente des Neo-Barock mit denen der Neo-Renaissance. 1999 wurde der Innenraum komplett renoviert. Die Basilika ist mit ihren drei Türmen ein beeindruckendes Bauwerk, das man sich anschauen sollte, wenn man in Amsterdam ist.

A’DAM Lookout

Blick vom Hafen auf die höchste Schaukel Europas

Wer Höhenangst hat, für den ist die Schaukel auf dem A’DAM Lookout, der Aussichtsplattform des A’DAM Tower in Amsterdam, eher nichts.

Man sieht sie schon von Weitem: Sie befindet sich im 22 Stock auf dem Dach eines Hochhauses und ist die höchste Schaukel Europas. „Over the Edge“, wie die Schaukel heißt, wurde im Mai 2016 eröffnet. Der A’DAM Tower ist täglich von 10.30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet und kostet 6,50€ Eintritt für Kinder (4-12 Jahre) und 12,50€ für Erwachsene. Die „Over the Edge“-Schaukel kostet zusätzliche 5€ pro Person.

Shoppen

Kalverstraat: Amsterdams berühmte Einkaufsstraße

Die bekanntesten Einkaufsmöglichkeiten bieten sich rund um die Kalverstraat. Auf der Einkaufsmeile Nieuwendijk-Kalverstraat findet man die bekannten internationalen Ketten wie H&M, Zara oder Hunkemöller aber auch eine Vielzahl an ausgefallenen Schuhläden, Buchläden und Modegeschäften.

Geschichte 

Amsterdam wird erstmals im Jahre 1275 erwähnt, erhielt 1317 das Recht auf zollfreien Handel und entwickelte sich vom Fischerdorf zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Als Antwerpen 1585 von Spaniern erobert und zerstört wurde, strömten Antwerpener Kaufleute und Handwerker - vor allem Juden - nach Amsterdam. Sie brachten die Diamantschneidetechnik in die Hauptstadt. Das Goldene Zeitalter begann. Bis 1658 vervierfachte sich das Gebiet von Amsterdam und der sogenannte „Drei-Kanal-Plan“ – sorgte für den Aufbau einer guten Infrastruktur. Amsterdam galt als eine der schönsten und best geplantesten Städte Europas.

Zu Beginn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verschlechtert sich die Lage Amsterdams durch die französische Besatzung. In den Jahren 1810-1814 waren die Niederlande Teil des Französischen Reiches und die Stadt verlor vorübergehend ihren Hauptstadtstatus.

Der Erste Weltkrieg, in dem die Niederlande neutral blieben, hatte keinen wesentlichen Einfluss auf das Leben der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs dagegen litt die Bevölkerung stark.

In den Nachkriegsjahren konzentrierte sich auf die Bereiche Handel, Tourismus und Dienstleistungen. Heute sind hier die Hauptquartiere der großen internationalen Konzerne sowie auch das Hauptbüro von Greenpeace.

Hafeninfos

Sixhaven Amsterdam

Der Sixhaven liegt direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt sowie seiner schönen Lage ist dieser Hafen sehr beliebt, was dazu führt, dass er vor allem im Sommer und an den Wochenenden bereits am Nachmittag hoffnungslos überfüllt ist. Eine Liegeplatzreservierung ist leider nicht möglich.

Weil es in Amsterdam unglaublich viel zu sehen gibt, sind wir 2 Nächte geblieben. Obwohl wir noch längst nicht alles gesehen haben, wollen wir unseren Segeltörn heute fortsetzen und über das Ijsselmeer nach Muiden segeln.

Muiden – Die Schlossstadt

Muiden ist eine kleine Hafenstadt an der Südküste des Markermeers 15 km südöstlich von Amsterdam. Muiden bedeutet Mündung. Hier mündet die Vecht in das Markermeer.

Sonne pur und eine unserer Töchter zu Besuch: Ein Tag, wie er nicht schöner sein könnte

Auf unserem Weg von Amsterdam hierher passieren wir zunächst die Fortinsel Pampus. Die Insel wurde von 1887 bis 1897 erbaut, um mit der Insel bei Durgerdam und der Anlage beim Diemer Zeedijk den Eingang der Ij zu beschützen. Leider sind wir schon recht spät dran, sonst würden wir der kleinen künstlichen Insel einen Besuch abstatten.

Wir geniessen die ruhige Überfahrt bei strahlendem Sonnenschein. Leider fehlt Wind zum Segeln

Die Einfahrt in den Hafen Muiden ist ein einzigartiges Erlebnis. Wir fahren an alten Verteidigungsanlagen und dem imposanten Muiderslot vorbei.

Muiderslot: Das berühmteste mittelalterliche Schloss der Niederlande

Das Muiderslot ist das bekannteste mittelalterliche Schloss Hollands. Die Festung wurde um 1280 von Graf Floris V. erbaut. Bereits kurze Zeit später, im Jahr 1296, wurde sie jedoch vom Bischof Willem van Mechelen verwüstet. 1370 wurde auf den Ruinen des alten Schlosses ein neues Schloss errichtet. Dieses Schloss befindet sich auch noch über 600 Jahre später in einem perfektem Zustand und zieht jährlich Tausende Besucher an.

Dee berühmte Autor und Dichter P. C. Hooft residierte einst in dieser Festung

Schloss Muiderslot fungierte bereits als Gerichtsgebäude, als Gefängnis und als offizielle Residenz von Schlossvögten. Einer der berühmtesten Schlossvögte war der Autor und Dichter P. C. Hooft, dessen Namen vielen durch die exklusive Einkaufsstraße in Amsterdam, die P. C. Hooftstraat ein Begriff ist. Er residierte von 1609 bis 1674 auf dem Schloss. In dieser Zeit war Schloss Muiderslot ein bedeutendes Zentrum der Wissenschaft und der Kunst sowie der Treffpunkt für eine Gruppe prominenter Bürger, des so genannten „Muiderkring“.

Eingang zum Schloss
Die imposante Festung war bis 1954 militärisches Gebiet und ist seid 2012 ein Museum

Direkt hinter dem Schloss ist auch schon unser Hafen. Obwohl dieser nur 25-30 Liegeplätze für Besucher hat, finden wir problemlos zwei nebeneinander liegende Boxen. Das ist in der Hauptsaison nicht so einfach.

Jachthaven Stichting Muiden mit Blick auf die Festung

Der kleine Ort Muiden ist einfach nur niedlich. Entlang der Uitrechtsche Vecht – einem Kanal der von Utrecht nach Muiden fließt und dort in das Ijsselmeer mündet, kann man wunderbar entlang flanieren kann.

Rund um die Schleuse mitten im Ort befinden sich ein paar gemütliche Restaurants

Die Vecht ist für Freizeitkapitäne eine der beliebtesten Wasserstraßen Hollands, die sich gemächlich durch eine parkähnliche Landschaft schlängelt.

Der kurvenreiche und malerische Fluss Vecht war früher eine wichtige Wasserstraße und dient heute nur noch ausschließlich dem Wassersport

Muiden ist eine kompakte Stadt, die sich gut zu Fuß erkunden lässt.
Bei sonnigem Wetter gibt es nichts Schöneres, als in eines der hübschen Restaurants und Cafés mit Wasserblick einzukehren. Das Café Ome Ko direkt an der Schleuse ist Kult. Weil man hier bei Kaffee und Kuchen den zahlreichen Schippern beim Schleusen zusehen kann.

Café Ome Ko mit Blick auf die Schleuse
Die „Groote Zeesluis“ von 1674 liegt im Zentrum von Muiden und verbindet die Utrechtse Vecht mit dem Ijsselmeer. Die Schleuse ist seit 2005 ein Nationaldenkmal

Sehenswürdigkeiten

Bei unserem Stadtrundgang spazieren wir in die Kloosterstraat und passieren das Rehoboth-Gebäude der Pot.Kerk und die katholische St. Joseph-Schule.

Rehoboth-Gebäude

Schließlich erreichen wir die Rückseite der evangelischen Grote of Sint Nicolaaskerk. Ein gotischer Bau mit einem spätromanischen Turm. Jeden Abend um 21.00 Uhr läutet die Kirchenglocke. Dieser Brauch stammt noch aus der Zeit, dass Muiden Stadttore besaß. Die Glocke galt als Zeichen, dass die Tore geschlossen würden. Auf der Südseite der Kirche geht die Kloosterstraat in die Kerkstraat über, die in der Herengracht endet.

Grote of Sint Nicolaaskerk

Oude Stadhuis

Wir biegen rechts ab und stoßen auf das ehemalige Rathaus, das 1832 durch einen gewaltigen Sturm so stark beschädigt wurde, dass beschlossen wurde, es abzureißen. Danach dienten mehrere Orte als provisorische Rathäuser.

Das Alte Rathaus von Muiden wurde 1915 erbaut. Heute befinden sich darin Wohnungen

1882 wurde ein Haus an der Herengracht erworben. Der Salzfabrikant Bouvy wollte expandieren und bot der Gemeinde Geld für ein neues Rathaus an, das 1915 fertiggestellt wurde. In den 1990er Jahren erwies es sich als zu klein und wurde verkauft und zu Wohnungen umgebaut. Über dem Eingang noch das Stadtsiegel und ein Spruch, der an den Ersten Weltkrieg erinnert.

Die römisch katholische H. Nicolaaskerk aus dem Jahre 1822 an der Herengracht

Dann erreichen wir die katholische H. Nicolaaskerk, die 1822 nach einem Entwurf von Tieleman Franciscus Suys, Hofarchitekt der Könige Willem I. und Leopold I., erbaut wurde.

Viel mehr gibt es in dem kleinen Ort nicht zu sehen. Boutiquen und größere Geschäfte sucht man hier vergeblich. Zum Shoppen fährt man am besten nach Amsterdam.

Am Abend werden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt

Am Abend lassen wir den herrlich sonnigen Tag in einem der Restaurants an der Herengracht bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang ausklingen.

Hafeninfos

Klein aber fein ist der Yachthafen mit Blick auf das bekannte Schloss Muiden. Der Hafen hat Platz für 25-30 Gäste und bietet alle Annehmlichkeiten. Selbstverständlich gibt es Wasser und Strom am Steg. Das Sanitärgebäude ist modern und sehr sauber. Der Zugang zum Hafen erfolgt mit einem Zahlencode, den man beim Hafenmeister bekommt.

Unser Liegeplatz im Jachthaven Muiden
Boots-Frühstück

Nach einer erholsamen Nacht in dem ruhigen Yachthafen von Muiden genießen wir in der Sonne ein gemütliches Frühstück auf dem Boot und planen unsere Weiterfahrt nach Lelystad.

Lelystad – eine der jüngsten Gemeinden der Niederlande

Bataviastad

Wir sind überrascht. Lelystad ist eine besondere Stadt, die ein ganz anderes Aussehen hat als die typischen historischen Städte an der ehemaligen Zuiderzee, wie Enkhuizen oder Hoorn. Die Gebäude sind modern und großzügig angelegt. Lelystad bietet seinen Einwohnern viel Platz.

Die Hauptstadt der Provinz Flevoland liegt sowohl am IJsselmeer als auch am Markermeer und ist ein Eldorado für Wassersportler. Hier findet man mehrere Jachthäfen, Segel- und Surfschulen und Kanuverleihstationen.

Wir laufen den Jachthaven Lelystad Haven an, in dem wir auf Anhieb freie Liegeplätze finden. Der Hafen ist sehr ruhig und mit rund 500 Liegeplätzen recht groß. Während in vielen anderen Häfen der Hafenmeister sofort zur Stelle war, müssen wir ihn hier erstmal suchen.

Wir finden ihn im Hafenmeister-Gebäude, entrichten unser Liegegeld und schauen uns das Sanitärgebäude an. Die Duschen und Toiletten sind vom Feinsten: Sehr sauber, geräumig und modern.

Bei der Gelegenheit entdecken wir auch das schöne Restaurant auf dem Hafengelände, in das wir später einkehren.

Der Jachthaven Lelystad ist eine moderne Marina mit rund 500 Liegeplätzen

Nach dem Abendessen unternehmen wir noch einen Verdauungsspsziergang mit den Hunden und dann ist der Tag auch schon fast vorbei. Großartig unternehmen, kann man hier nichts. Der Hafen liegt etwas ab vom Schuss. Daher gehen wir relativ früh schlafen, um am nächsten Morgen in den Batavia-Hafen zu fahren und von dort aus das Outlet-Center Bataviastad zu besuchen.

Hafeninfos

Geschichte

Lelystad wurde durch den Bau von Deichen und die Rückgewinnung von Land erst im letzten Jahrhundert geschaffen. Die ersten Einwohner siedelten sich 1967 hier an. Die Stadt liegt heute etwa fünf Meter unter dem Meeresspiegel und ist eine der jüngsten Gemeinden der Niederlande.

Das älteste Gebiet von Lelystad ist der Haven, der zunächst eine Arbeitsinsel war. Um den Hafen herum stehen noch immer die Häuser, die damals für die Arbeiter gebaut wurden. Lelystad ist seit dem 1. Juni 1980 eine offizielle Gemeinde. Die Stadt verdankt ihren Namen Cornelis Lely, dem Erfinder der Zuiderzee-Werke. Es gibt eine Statue von ihm im Stadtzentrum und neben dem Batavialand-Museum.

Cornelis Lely, Erfinder der Zuiderzee-Werke und Namensgeber der Stadt

Batavialand

Nicht weit vom Batavia Hafen entfernt, in dem wir für ein paar Stunden kostenlos liegen bleiben dürfen, liegt die beeindruckende Batavia, eine Nachbildung eines Schiffes aus der VOC-Ära. Die Batavia war ein Segelschiff der Niederländischen Ostindien-Kompanie, das 1629 auf seiner ersten Reise vor Australien auf ein Riff lief und sank. Unter den Überlebenden des Schiffbruches kam es zu Meuterei und Massakern. Ein Nachbau des Schiffs wurde von 1985 bis 1995 auf der Bataviawerft in Lelystad gefertigt. Neben dem Schiff und der Werft befindet sich dort auch ein Museum, in dem man alles über das Schiff, die vergangene VOC-Ära und das alte Handwerk aus dieser Zeit erfahren kann. Darüber hinaus bietet das Museum eine spannende und lehrreiche Erklärung über den Rückgewinnungsprozess und unseren nationalen Kampf gegen das Wasser.

Die Batavia war ein Segelschiff der Niederländischen Ostindien-Kompanie

Aus Zeitgründen entscheiden wir uns gegen den Besuch des Batavialands, obwohl das mit Sicherheit sehr interessant wäre. Stattdessen mischen wir uns in Bataviastad unter die Schnäppchenjäger.

Bataviastad

Lelystad ist eine junge Stadt mit viel Platz
Auf dem Weg zum Einkaufszentrum

Menschen reisen von weit her, um einen Tag im Outlet-Zentrum Bataviastad in Lelystad zu verbringen. In über 100 Geschäften werden internationale Marken mit einem Rabatt von bis zu 70 Prozent verkauft. Im Zentrum gibt es hauptsächlich Modemarken, aber auch Schuhe, Parfüm und Einrichtungsgegenstände.

Nach einem ausgiebigen Bummel durch das Shoppingparadies, schlendern wir wieder zurück zu unseren Booten. Im Vergleich zu den schönen historischen Orten rund um das Ijsselmeer, die wir vorher besucht haben, hat uns der junge Ort Lelystad nicht so gut gefallen. Zum Einkaufen ist Bataviastad zwar zu empfehlen, aber uns fehlen hier in Lelystad die kleinen Gassen und Grachten und die liebenswürdigen schiefen Häuser, die wir in den Niederlanden so lieben. Mal schauen, was uns als Nächstes in Urk erwartet.

Urk – Die Stadt der Ginkies

Auf dem Weg nach Urk segeln wir an einem der größten Windparks der Niederlande vorbei. Der Windpark Noordoostpolder wurde 2017 in Betrieb genommen und besteht aus mehreren Teilprojekten. Insgesamt wurden 86 Windräder errichtet, 38 Anlagen an Land und 48 im Wasser.

Im Ijsselmeer steht einer der größten Windparks der Niederlande

Es ist sehr beeindruckend, zwischen den riesengroßen Windkraftanlagen durchzusegeln. Windenergie spielt eine wichtige Rolle beim Klimaschutz, der mir sehr am Herzen liegt. Windkraftanlagen sind nachhaltig, sauber und verschwenden keine Ressourcen.

Die beeindruckenden Windräder sind etwa 200 Meter hoch

Endlich haben wir sie wieder, die schmalen Gassen mit ihren zauberhaften Häusern! In Urk befindet sich der Hafen auch wieder mitten in der Stadt – so wie wir es am liebsten mögen.

Gemeentehaven Urk
Unser Liegeplatz im Gemeentehaven Urk mitten in der Stadt

Heutzutage gehört Urk zur Region Flevoland, doch bis 1939 war der Ort eine Insel in der alten Zuiderzee. Durch den Bau des 29 Kilometer langen Abschlussdeichs (Afsluitdijk) entstand das IJsselmeer und Urk wurde zum Festland.

Historische Werft

Wie die Schifffahrt und die Fischerei ist auch die alte Schiffswerft im Herzen des Zentrums noch genauso wichtig wie damals und neben der größten Fischereiflotte der Niederlande erhalten geblieben.

Der Gemeente Haven von Urk ist perfekt gelegen und bietet moderne Stege

Da Urk früher eine Insel war, blieb den Bewohnern nicht viel Platz für ihre Häuser und Gärten. Daher wurde alles dicht aneinander gebaut und die Straßen zwischen den Häusern sind sehr schmal. So entstand das kleine Stadtzentrum mit einem Labyrith aus schmalen Gassen, den sogenannten Ginkies. Diese Gassen sind typisch für Urk und sie waren damals die perfekten Fluchtwege.

Leuchtturm von Urk aus dem Jahre 1844

An der westlichen Spitze von Urk steht der 18 Meter hohe Leuchtturm, der 1844 erbaut wurde. Als Urk noch eine Insel war, blinkte im großen Leuchtturm alle fünf Sekunden ein weißes Licht. Für die Schiffe damals eine wichtige Marke, um den gefährlichen Enkhuizenzand passieren zu können. Das Licht zeigte den Fischern im Dunkeln den Weg in den sicheren Hafen. Heute hat der Leuchtturm als Leuchtfeuer seine Bedeutung verloren, doch das Licht im Leuchtturm blinkt weiterhin und schickt sein Licht übers Wasser.

Der größere der beiden Strände von Urk liegt direkt hinter dem Stadthafen

In Urk kann man auch einfach am Strand entspannen. An beiden Seiten des Ortes befindet sich ein Sandstrand mit schöner Aussicht auf das IJsselmeer. Der größere Strand liegt direkt neben dem Hafen. Hier gibt es eine Reihe von Spielgeräten für Kinder und ein Toilettengebäude. Über die Strandpromenade kann man am Leuchtturm vorbei zum anderen Strand spazieren. Dieser Strand ist kleiner und hat keine weiteren Einrichtungen.

Trocknende Fischernetze im Hafen von Urk
Im Stadthafen liegen zahlreiche traditionelle Fischerboote

Fischliebhaber sollten auf jeden Fall frischen Fisch von einem der ansässigen Fischereibetriebe probieren. Urk ist seit hunderten von Jahren auf die Zubereitung von Fisch spezialisiert. Als einzige Stadt am Ijsselmeer lebt der Ort auch heute noch vom Fischfang, es gibt große Kühlhallen sowie Slip- und Reparaturanlagen für Fischereifahrzeuge.

Wasser, Fischerboote und ein lauer Spätsommerabend: Romantischer könnte ein Sonnenuntergang kaum sein

Hafeninfos

Lemmer

Heute segeln wir weiter zu einem unserer Lieblingsorte am Ijsselmeer – nach Lemmer. Da wir schon mehrmals dort waren, verzichte ich an dieser Stelle auf eine Ortsbeschreibung.

Lemmer by night

Wer mehr über den lebendigen Ort Lemmer erfahren möchte, der findet eine detaillierte Beschreibung in meinem Artikel „TEIL II: Segeln in den Niederlanden – Mit stehendem Mast vom Ijsselmeer durch Friesland“.

https://lovesleeptravel.com/2021/10/19/segeln-in-den-niederlanden-mit-stehendem-mast-vom-ijsselmeer-durch-friesland-2/

Marchjepolle – Eine künstliche Insel im Tjeukemeer

Nach unserem Aufenthalt in Lemmer fahren wir Richtung Tjeukemeer. Das Tjeukemeer ist ein Binnensee in Friesland. Hier können wir Segler auch mal einen längeren Schlag segeln.

Das größte der Friese Meren hat seit 2000 zwei neue, wunderschöne, künstlich aufgeschüttete Inseln mittendrin. Es sind sogenannte Marrekrite-Anleger mit kostenfreien Liegeplätzen. Die südliche Insel Marchjepolle ist etwas größer als die weiter nördlich gelegene Tsjûkepôle und bietet sogar einen kinderfreundlichen Badestrand mit ganz feinem Sand. Hier bleiben wir für die Nacht.

Wir genießen die Ruhe auf der einsamen Insel im Tjeukemeer

Marrekrite-Anlegeplätze

In Friesland gibt es viele gebührenfreie Marrekrite Anlegeplätze, die sich meist an den schönsten Stellen in der freien friesischen Natur befinden.

Nicht verpflichtend, aber doch gern gesehen ist es, wenn man einmalig eine Marrekrite-Fahne für 15 Euro im Jahr kauft, um die Tätigkeiten zu unterstützen.

Die Marrekrite existiert seit 1957 und ist eine Kooperation der Provinz Friesland und 20 friesischen Gemeinden mit dem Ziel, das friesische Wasserland touristisch so gut wie möglich nutzbar zu machen.

Langweer – Der Ort mit den jahrhundertealten Linden

Die Nacht auf dem Marrekrite Platz inmitten freier Natur war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir werden solch einen Liegeplatz in Zukunft sicher noch häufiger ansteuern.

Unser Weg führt vom Tjeukemeer über den Kanal Scharsterrijn in die Langwarder Wielen

Aber die nächste Nacht wollen wir wieder in einem Yachthafen mit richtigen Duschen und Toiletten verbringen. Daher machen wir uns jetzt auf den Weg nach Langweer.

Scharsterrijnbrug A6

Langweer liegt inmitten der friesischen Seenregion Langweerder Wielen und ist ein historisches Dorf mit etwa 1.110 Einwohnern.

Passantenhaven Langweer

Der moderne Passantenhaven Langweer ist zentral gelegen und das heimelige Ortszentrum ist fussläufig erreichbar. Da wir schon Nebensaison haben, sind im Hafen genügend Liegeplätze frei. Wir melden uns noch kurz beim Hafenmeister an und spazieren dann in Richtung Ortszentrum.

Denkmal im Passantenhaven Langweer

Der Weg in die Stadt führt über eine kleine Fußgängerbrücke. Gleich hinter der Brücke heißt uns eine Mauer willkommen, auf die „Welkom Yn Langwar“ gesprayt wurde.

Fußgängerbrücke über die Gracht
Willkommen in Langweer

Wir schlendern an der Gracht entlang und entdecken nach wenigen Metern einen Segelladen, wo wir einen Stopp einlegen. Der Laden lockt mit Outletpreisen und Sonderangeboten.

Wir spazieren den Stevenshoek entlang in Richtung Ortsmitte
Watersportwinkel aan de Kade in Langweer

Die Stadt hat zahlreiche prächtige alte Gebäude und ein kleines, gemütliches Zentrum. Besonders hübsch ist die charakteristische Dorfstraße „Buorren“ mit seinen alten Fassaden und gemütlichen Terrassen. Die jahrhundertealten Linden verleihen der Hauptstraße ein malerisches Aussehen. Im Zentrum gibt es eine Vielzahl von Restaurants. Hier befindet sich auch ein kleiner Supermarkt.

Die Dorfstraße mit den jahrhundertealten Linden ist das Zentrum von Langweer
Schöne Cafés und Restaurants mit gemütlichen Aussenterrassen laden bei schönem Wetter zum Einkehren ein

Sehenswürdigkeiten

Der Ort, der jahrhundertelang nur auf dem Wasserweg erreichbar war, war einmal ein vornehmer Ort, der insbesondere durch den Besitz einer Waage in der weiten Umgebung ein hohes Ansehen hatte. Auch heute noch gehört die Waage aus dem Jahre 1858 zu den beeindruckendsten Gebäuden von Langweer.

Sehenswert ist auch das Herrenhaus Ostinga State. Das ehemalige Rathaus wurde 1939 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz.

Herrenhaus Osinga State

Die Hervormde Kerk ist eine evangelische Kirche auf dessen Turm ein Schwan thront. Die Kirche hat eine schöne Kanzel aus 1684, einen Taufstein und drei Herrenbänke aus dem 17. Jahrhundert sowie eine besondere Orgel (Van Dam Orgel) aus dem Jahre 1784.

Kerk Langweer

Hafeninfos

Passantenhaven Langweer

Der Hafen bietet Platz für 209 Boote und ist zweigeteilt. Der „Alte Hafen“ im Zentrum von Langweer ist sehr gut für Tagesausflüge geeignet. Hier kann man bis 16 Uhr kostenlos liegen.

Der „Neue Hafen“ ist 200 Meter vom Zentrum entfernt und grenzt an einen Strand, an dem Kinder nach Herzenslust spielen können. Das Erholungshaus liegt direkt am Strand, wo Kinder Platz zum Spielen und Basteln haben.

Auf dem Rasen vor dem Strand steht ein Fitness-Parcours mit vielen Geräten, die kostenlos von jedermann benutzt werden können.

Der sehr gepflegte Passantenhaven Langweer verfügt über folgende Einrichtungen:

  • Strom und Möglichkeit zum Wassertanken an den Stegen
  • Schmutzwasserpumpe
  • Damen- und Herrentoiletten getrennt
  • Damen- und Herrenduschen getrennt
  • Wickelraum, Behindertentoilette und -Dusche (Schlüssel beim Hafenmeister abzuholen)
  • Raum zum Entleeren der Chemietoilette (Schlüssel kann beim Hafenmeister abgeholt werden)
  • Liegeplätze mit Campingmöglichkeiten
  • Stellplätze für große Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile
  • Waschsalon mit Wäscheservice

Die Duschräume sind von 08:00 bis 12:00 Uhr und von 15:30 bis 21:30 Uhr geöffnet. Nach 21:30 Uhr sind die Nachttoiletten geöffnet.

Sunset-Sailing

Romantik pur: Mit dem Segelboot in den Sonnenuntergang segeln

Nach unserem Stadtrundgang machen wir abends zusammen mit unseren Freunden nochmal die Boote klar, um in den Sonnenuntergang zu segeln. Es ist ganz ruhig und wir sind fast die einzigen auf dem Wasser. Dann suchen wir uns ein Plätzchen zum Ankern, bereiten das Abendessen zu und genießen ein romantisches Dinner bei Kerzenschein und Sonnenuntergang. Als wir wieder in den Hafen zurückkehren, ist es bereits stockdunkel. Eines unserer schönsten Erlebnisse der gesamten Reise!

Heeg – Ein traditionelles Fischerdorf

Passantenhaven Heegerwâl

Am nächsten Morgen geht es über das Heegermeer nach Heeg, einer unserer Lieblingshäfen in Friesland. Da wir vorher dort schon ein paar Tage und Nächte verbracht haben, verzichte ich an dieser Stelle auf eine Beschreibung. Nähere Infos findet ihr in meinem Blogbeitrag „TEIL I: Segeln in den Niederlanden – Mit stehendem Mast vom Ijsselmeer durch Friesland“.

https://lovesleeptravel.com/2021/07/24/segeln-in-den-niederlanden-mit-stehendem-mast-vom-ijsselmeer-durch-friesland/

Hier bleiben wir eine Nacht und müssen dann leider wieder zurück in unseren Heimathafen Stavoren. Dort endet unser zweiwöchiger Segel-Urlaub mit unseren Freunden. Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit mit vielen aufregenden Erlebnissen und neuen Eindrücken.

Fazit

Ein Segeltörn am IJsselmeer ist die perfekte Kombination aus Wassersport, Strandurlaub, Kultur und Unterhaltung

Am IJsselmeer gibt es zahlreiche Sandstrände

Gut erhaltene Altstädte aus dem Goldenen Zeitalter, urige Fischerdörfer und schöne Sandstrände: Die Region rund um das IJsselmeer bietet viel Abwechslung und gilt als Eldorado für Wassersportler.

So gelten das IJssel- und Markermeer sowie die Randmeere und Binnengewässer als sichere Reviere, die sich auch für Einsteiger eignen.

Ein Paradies für Wassersportler

Dennoch kann es auch auf dem IJsselmeer sehr ungemütlich werden. Wir haben es selbst erlebt. Bedingt durch die einrahmenden Landmassen kann sich das Wetter auf dem IJsselmeer schnell ändern. Und durch die geringe Tiefe des IJsselmeeres baut sich schnell eine kurze, steile Welle auf. Sie verleidet Seglern schnell den Spaß. Vor den flacheren Hafeneinfahrten in Stavoren und Enkhuizen baut sich noch steilere Wellen auf, die das Boot und die Crew so richtig durchschütteln können.

Das Gute an diesem Segelrevier: Wenn es auf dem IJsselmeer zu windig ist, kann man auf die windgeschützten Kanäle im Binnenland ausweichen oder einfach einen Tag länger in einem der schönen Häfen liegen bleiben und auf bessere Windverhältnisse warten.

Sonnenuntergang in Stavoren

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